Published On: Mai 20th, 2021994 words5 min read

Was macht Moritz Maulwurf wohl gerade? Wenn wir ihn beobachten könnten, würden wir sehen, dass er gerade an einem Tunnel gräbt. Er strengt sich an und kommt beim Arbeiten richtig ins Schwitzen. Er gräbt nicht nur irgendeinen Tunnel, er möchte den längsten Tunnel in Bochum graben. Er gräbt und gräbt, bis er mit einem lauten „Klong“ vor eine dicke Wurzel stößt. Zum Glück hat er seinen gelben Schutzhelm getragen, sonst würde er bestimmt eine dicke Beule bekommen.

Er wundert sich eine Weile, warum auf einmal eine Wurzel seinen Weg versperrt und beschließt der Sache auf den Grund zu gehen. Moritz buddelt sich einen Weg an die Erdoberfläche und staunt nicht schlecht: Als er seinen Kopf aus der Erde steckt, blicken ihn 12 kleine Augenpaare überrascht an. Er hat sich inmitten einer Gruppe von kleinen Wildschweinen an die Oberfläche gegraben. Und wohin er auch schaut, sieht er riesige Bäume. Die Wildschweine beobachten ihn mit neugieren Blicken, bis sich schließlich eins ein Stück vorwagt und ihn anspricht: „Was bist du für ein Tier? Bist du neu hier? Und wo kommst du überhaupt her?“

Moritz erklärt ihm, dass er ein Maulwurf ist, in der Erde wohnt und beim Buddeln seines Tunnels scheinbar falsch abgebogen ist. „Wo bin ich denn hier gelandet?“, fragt er immer noch etwas verwundert.

„Du bist hier im Weitmarer Holz, im größten Wald in Bochum! Ich und meine Geschwister wohnen hier im Wildschweingehege. Wenn du Lust hast, zeigen wir dir unser Zuhause. Ich heiße übrigens Puck“, antwortet das kleine Wildschwein.

Moritz freut sich und nimmt das Angebot gerne an. Den großen Wald hat er bisher nicht kennengelernt. Puck und seine Geschwister zeigen ihm zuerst ihre Futterstellen und die schönsten Kletterstellen des Waldes. Sie balancieren zusammen auf dünnen Ästen von umgefallenen Bäumen und kriechen durch ausgehöhlte Baumstämme. Danach zeigen die Frischlinge Moritz ihre Lieblingsschlammgrube. „Was ist denn eine Schlammgrube?“, fragt Moritz erstaunt.

Puck antwortet: „Das ist unsere Badewanne. Hier müssen wir uns einmal am Tag im Schlamm wälzen, da ist unsere Mama sehr streng. Aber zum Glück ist es ein riesiger Spaß. Möchtest du auch mal?“

Zuerst ist Moritz etwas zögerlich, aber als alle Wildschweine kreischend und grölend in den Schlamm springen, vergisst er seine Hemmungen und springt hinterher. Sie hüpfen wild im Schlamm, bewerfen sich mit Matsche und hopsen von einem Stein in die Grube, dass es nur so platscht. Das Spiel wird immer wilder und sie jagen sich gegenseitig durch den Wald. Dabei sehen sie aus wie kleine Matschgespenster.

Doch da hört Moritz ein lautes Kreischen und sieht gerade noch, wie Puck eine Böschung herunter kugelt. Er purzelt immer weiter bis auf den Boden eines kleinen Grabens. Moritz und die übrigen Frischlinge laufen erschreckt zum Rand der Böschung und rufen durcheinander: „Ist alles gut?“, „Hast du dir etwas getan, Puck?“, „Hast du dich verletzt?“.

Puck schaut von unten herauf und ruft ihnen zu: „Mir geht’s gut. Ich habe mich nur erschreckt. Allerdings weiß ich nicht, wie ich hier wieder herauskommen soll. Hier unten sind nur glitschige Steine. Da kann ich unmöglich hochklettern. Könnt ihr Hilfe holen?“

Moritz überlegt und ihm fallen zwei Möglichkeiten ein. Vielleicht könnt ihr Moritz bei seiner Entscheidung ja helfen? Soll er (A) zu dem nahegelegenen Hirschgelege laufen und dort nach Hilfe suchen? Oder soll er (B) zurück zur Futterstelle rennen und Pucks Eltern suchen? Ihr dürft entscheiden wie die Geschichte ausgehen wird. Lest dazu bei dem entsprechenden Buchstaben weiter.

  • (A) – Moritz entscheidet sich zu dem Hirschgehege zu laufen. Nach kurzer Zeit begegnet er einem großen Hirsch mit einem riesigen Geweih. Eilig berichtet der kleine Maulwurf ihm von dem Unfall und der Hirsch erklärt sich sofort bereit zu helfen. Gemeinsam sprinten sie zu der Unfallstelle und der große Hirsch hat schnell eine Lösung gefunden. Er beugt sich tief in den Graben und streckt seinen Hals in die Länge, so dass sein Geweih fast den Boden berührt. Puck nimmt Anlauf und springt mit einem riesigen Satz auf das Geweih. Der Hirsch hebt ihn aus der Grube und Puck ist überglücklich. Die Tiere freuen sich über die Hilfe und so bleibt der Hirsch noch eine Weile bei ihnen und lässt alle Frischlinge der Reihe nach auf sein Geweih klettern. Der Schreck ist schnell vergessen und Moritz ist froh, neue Freunde gefunden zu haben.
  • (B) – Moritz rennt so schnell er kann zur Futterstelle zurück. Neben dem Futtertrog findet er ein schnarchendes imposantes Wildschwein mit mächtigen Hauern. Das muss Pucks Vater sein. Aufgeregt weckt er ihn auf und berichtet von dem Unglück. Das große Wildschwein ist sofort hellwach und rast mit Moritz zu dem Graben. Es zögert nicht lange und springt mit einem riesigen Satz die Böschung runter. „Wie hast du das denn wieder angestellt, mein Sohn?“, fragt Pucks Vater. Puck schaut etwas verlegen zu Boden, aber sein Vater lächelt ihn freundlich an: „Ist doch nicht schlimm, ich bin froh, dass du dich nicht verletzt hast. Als ich in deinem Alter war, habe ich mich auch ständig in Schwierigkeiten gebracht. Nun klettere auf meinen Rücken und halte dich ordentlich fest.“ Puck klammert sich in den langen Wildschweinborsten fest und sein Vater springt mit kräftigen Sprüngen die Böschung hinauf. Alle sind froh, dass nichts passiert ist und begrüßen Puck zurück in ihrer Mitte. Um sich von dem Schrecken zu erholen, lädt Pucks Vater Moritz und die Frischlinge zu einem Picknick ein. Während sie zusammen Bucheckern knabbern, überlegen sie schon, was sie als nächstes anstellen könnten.

Ähnliche Einträge