Published On: Mai 26th, 20211465 words7.3 min read

Heute ist Ausflugstag bei Familie Bär. Jeden Sonntag planen sie eine Erlebnistour für die ganze Familie. Mit dabei sind normalerweise Papa Bruno, Mama Birte und ihr Sohn Ben. Heute gibt es jedoch einen Gast. Seit Kurzem sind Moritz Maulwurf und Ben gute Freunde und so hat sich Ben gewünscht, dass Moritz sie begleiten darf. Ben kann gar nicht abwarten, bis es endlich losgeht. Aufgeregt rennt er durch die Zimmer der Bärenhöhle, während sein Vater das Picknick vorbereitet und seine Mutter den Reifendruck beim Auto überprüft.

Als Moritz klingelt, flitzt Ben zur Tür und begrüßt seinen Freund stürmisch. Moritz freut sich und fragt: „Wohin fahren wir heute überhaupt?“. Jetzt wird Ben noch aufgeregter und antwortet: „Mama und Papa verraten immer erst, wohin es geht, wenn wir im Auto sitzen und losgefahren sind. Ich bin aber auch total neugierig!“.

Endlich ist alles vorbereitet und die Kinder dürfen in den großen alten Wagen von Familie Bär klettern. Nachdem Mama Birte das Auto gestartet hat, dreht sich Bruno zu den Kindern um und verrät ihnen: „Wir fahren heute zum Bochumer Tierpark. Dort soll es einen tollen Spielplatz geben und wir können viele Freunde besuchen.“

Am Tierpark angekommen, suchen sich die Kinder einen Bollerwagen aus und Papa Bär belädt ihn mit ihrem Proviant. Gerade als sie losziehen möchten, fällt ihnen auf, dass sich bei den Flamingos viele Tiere versammelt haben. Das weckt ihre Neugier. Als sie näherkommen, hören sie, dass die Flamingos aufgeregt durcheinander schnattern. Was kann nur passiert sein?

Eine Flamingodame ruft besonders laut: „Wo ist er nur? Er kann doch nicht verschwunden sein? Helft mir alle, ihn zu suchen!!!“ Familie Bär findet schnell heraus, dass Finnja Flamingo ihren Sohn, den kleinen Horst-Kevin, vermisst. (Falls ihr selbst einmal den Tierpark besucht, haltet die Augen offen, denn es gibt wirklich einen Flamingo, der Horst-Kevin heißt. Mittlerweile müsste er fast 7 Jahre alt sein, denn er wurde im Jahr 2014 geboren.) Moritz und Ben bieten sofort ihre Hilfe an und gehen zuerst zu den Erdmännchen.

Ein Erdmännchen sitzt kerzengerade auf einem Stein und beobachtet die beiden aufmerksam, während es sich die anderen Erdmännchen in einem Steinhaus unter einer Wärmelampe gemütlich gemacht haben.

„Hi, ich bin Eddi, kann ich euch weiterhelfen?“, fragt es. „Wir suchen den kleine Flamingo Horst-Kevin. Ist er hier vielleicht vorbeigekommen?“, erkundigt sich Ben. Eddi überlegt einen Augenblick und verneint dann: „Heute ist er nicht hier vorbeigekommen, allerdings sehe ich ihn fast täglich mit seiner Mutter auf dem Weg ins Fossilium. Ein wirklich netter Junge. Hoffentlich findet ihr ihn schnell!“

Im Fossilium begegnen die beiden vielen ungesprächigen Fischen, aber von Horst-Kevin fehlt jede Spur. Gerade als sie das Fossilium wieder verlassen möchten, hören sie ein lautes: „Hey, kommt mal rüber!“ Sie drehen sich noch einmal um und entdecken hinter einer Glasscheibe zwei große Kaimane, die sie zu sich heranwinken. (Kaimane sind übrigens eine besondere Art von Krokodilen.) „Wir haben mitbekommen, dass ihr Horst-Kevin sucht. Wir kennen den kleinen Flamingo ziemlich gut. Er besucht uns regelmäßig und fragt uns Löcher in den Bauch, wie wir es schaffen, so lange unter Wasser zu bleiben. Wir wollten ihm schon häufig unseren Trick zeigen. Wir strecken nämlich einfach unsere Nasenspitze aus dem Wasser, um zu atmen. Aber er wollte komischerweise noch nie zu uns ins Becken klettern. Heute hat er uns aber noch gar nicht besucht. Vielleicht fragt ihr die schlauen Keas. Die wissen immer alles“, erklärt der Größere der beiden.

„Zumindest glauben sie das“, kichert sein Freund und zeigt dabei eine Reihe spitzer Zähne.

Nach diesem Anblick können Moritz und Ben gut verstehen, dass Horst-Kevin wenig Lust hatte, zu den Kaimanen ins Becken zu klettern. Sie bedanken sich höflich und machen sich schnell auf den Weg zu den Keas.

Die beiden Keas Pierro und Elpheba haben von ihrer Voliere aus die bisherige Suche mit großem Interesse verfolgt. Als Moritz und Ben auf die beiden zulaufen, freuen sie sich, dass endlich jemand zu ihnen kommt, um sie um Hilfe zu bitten. Denn genauso, wie sie jetzt die suchenden Tiere beobachten, haben sie vor Kurzem auch einen kleinen Flamingo gesehen, der sich heimlich durch den Tierpark geschlichen hat. „Ihr beiden möchtet bestimmt wissen, wo Horst-Kevin ist?“, platzt es aus Pierro heraus, als Moritz und Ben sich nähern.

Als die beiden Tierkinder nicken, tapst Pierro stolz von einem auf das andere Bein und beginnt zu erzählen: „Also, vorhin haben wir ganz genau gesehen, wie der kleine Bursche sich aus dem Flamingogehege geschlichen hat. Seine Mama hat gerade mit den anderen Flamingos gebadet, da ist er einfach über die Absperrung geklettert. Er hat kurz überlegt und hat sich dann auf dem direkten Weg in Richtung Seehundbecken gemacht. Zwischendurch hat er noch versucht, sich zwischen Büschen und hinter Bänken zu verstecken, damit wir ihn ja nicht sehen. Aber mal ehrlich, ich glaube nicht, dass es auf dieser Welt einen Flamingo gibt, der einen Kea austricksen kann.“ Moritz und Ben freuen sich, endlich einen richtigen Hinweis bekommen zu haben, verabschieden sich schnell und eilen weiter in Richtung Nordseewelt.

Und da, ganz hinten zwischen den Pinguinfiguren am Seehundbecken, entdecken sie eine kleine Schar Pinguine. Sie springen wild umher und scheinen sehr aufgeregt zu sein. Als Moritz und Ben näher kommen, entdecken sie zwischen ihren Flügel ab und an hellgraue flauschige Federn hervorblitzen. Und wer sitzt da in ihrer Mitte? Der kleine Flamingo Horst-Kevin. Er scheint viel Spaß zu haben und schaut etwas erstaunt, als er den kleinen Bären und den Maulwurf erblickt. „Möchtet ihr beiden etwa auch tauchen lernen?“ fragt er fröhlich. „Nein, wie kommst du auf so etwas? Wir und viele andere Tiere suchen dich schon im ganzen Tierpark. Deine Mama macht sich große Sorgen und weiß nicht, dass du hier bist!“, antwortet Moritz etwas außer Atem.

Jetzt schaut der kleine Flamingo betreten zu Boden. „Oje, das wusste ich nicht. Ich habe meiner Mama gesagt, dass ich mich eine Stunde ausruhen möchte und habe mich stattdessen hier zu den Pinguinen geschlichen. Wisst ihr, die Pinguine sind so tolle Taucher. Und ich träume schon davon, genauso tauchen zu können, seitdem ich sie das erste Mal gesehen habe. Meine Mama denkt allerdings, dass ich für solche abenteuerlichen Sportarten noch zu klein bin. Also habe ich mich heimlich davongeschlichen. Ich dachte, ich bitte die Pinguine um eine schnelle Tauchstunde und bin zurück, bevor jemand bemerkt, dass ich nicht da bin. Das hat ja nicht so gut geklappt. Ich wollte nicht, dass sich meine Mama und die anderen Tiere Sorgen machen müssen.“

„Am besten bringen wir dich jetzt schnell nach Hause zurück, dann kannst du ihr alles erklären. Vielleicht findet ihr eine gemeinsame Lösung, damit du irgendwann tauchen lernen kannst“, erwidert Moritz.

Finnja Flamingo freut sich so sehr, ihren kleinen Sohn wieder in die Arme schließen zu können, dass sie ihm gar nicht böse ist. Der kleine Flamingo schaut betreten zu Boden und berichtet ihr von der Tauchstunde. Finja überlegt eine Weile und schaut ihn dann liebevoll an: „Ich habe eine Idee. Was hältst du davon, wenn wir den alten Seehund Siggi fragen ob er während der Tauschstunden dein Bademeister ist und aufpasst, dass dir nichts passiert. Wenn er zustimmt habe ich nichts dagegen, dass du die ein oder andere Tauschstunde nimmst.“

Nach der Aufregung ist es Zeit für das Picknick. Familie Bär lädt ihren Bollerwagen aus und alle schlagen sich die Bäuche voll. So eine Suche macht schließlich ganz schön hungrig. Anschließend treffen sich Moritz und Ben mit Horst-Kevin, der ihnen als Dankeschön den Abenteuerspielplatz zeigen möchte.

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